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Blutdruck-Tabelle: Welche Werte normal sind und was im Alter gilt

Aktualisiert:

Von Bluthochdruck spricht man bei Erwachsenen ab 140/90 mmHg, optimal sind Werte unter 120/80. Anders als oft angenommen, steigt der normale Blutdruck mit dem Alter nicht an – es steigt nur das Risiko für Bluthochdruck. Hier finden Sie die Blutdruck-Tabelle nach den europäischen Leitlinien, was die Werte 140/90 und 150/100 bedeuten und was zu tun ist, wenn der untere Wert zu hoch ist.

Blutdruck-Tabelle: Welche Werte normal sind und was im Alter gilt

Systolisch und diastolisch: Was der obere und der untere Wert bedeuten

Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen in Millimeter Quecksilbersäule angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg, gesprochen „120 zu 80“.

  • Der obere (systolische) Wert ist der Druck in den Arterien in dem Moment, in dem sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt.
  • Der untere (diastolische) Wert ist der Druck zwischen zwei Herzschlägen, wenn das Herz sich entspannt.

Der Blutdruck schwankt im Lauf des Tages: Im Schlaf ist er niedriger, bei Aufregung, Anstrengung, nach Kaffee und Zigaretten höher. Ein einzelner hoher Wert ist deshalb noch keine Diagnose – entscheidend sind wiederholte Messungen in Ruhe.

Mit den Jahren werden die Arterien steifer: Der obere Wert steigt, der untere kann sogar sinken. Deshalb ist bei älteren Menschen häufiger der obere Wert erhöht. Den Abstand zwischen oberem und unterem Wert nennt man Pulsdruck; bei steifen Arterien wird er größer.

Gemessen wird meist am Oberarm, und alle Grenzwerte in den Leitlinien gelten für eine solche Messung in Ruhe. Das Messgerät zeigt auch den Puls an: In Ruhe liegt er bei Erwachsenen meist zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Ein schneller oder unregelmäßiger Puls ist ein Grund, mit dem Arzt zu sprechen; manche Geräte markieren einen unregelmäßigen Herzschlag selbst mit einem Symbol.

Blutdruck-Tabelle: Normalwerte und Bluthochdruck

Die Europäische Gesellschaft für Hypertonie (ESH) teilt den in der Arztpraxis gemessenen Blutdruck in diese Kategorien ein:

KategorieOberer Wert, mmHgUnterer Wert, mmHg
Optimalunter 120und unter 80
Normal120–129und/oder 80–84
Hochnormal130–139und/oder 85–89
Bluthochdruck Grad 1140–159und/oder 90–99
Bluthochdruck Grad 2160–179und/oder 100–109
Bluthochdruck Grad 3180 und mehrund/oder 110 und mehr
Isolierte systolische Hypertonie140 und mehrund unter 90

Bei der isolierten systolischen Hypertonie ist nur der obere Wert zu hoch, der untere ist normal. Sie kommt besonders häufig bei Menschen über 60 vor und verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie ein gewöhnlicher Bluthochdruck. Fallen oberer und unterer Wert in verschiedene Zeilen, gilt die höhere Kategorie. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat in ihrer Leitlinie von 2024 eine einfachere Einteilung vorgeschlagen: unter 120/70 nicht erhöht, 120–139/70–89 erhöht, ab 140/90 Bluthochdruck. Beide Einteilungen kommen zum selben Schluss: Je näher an 120/80, desto besser für die Gefäße.

Was in jeder Kategorie zu tun ist: Bei optimalem und normalem Blutdruck reicht die Kontrolle bei den üblichen Vorsorgeuntersuchungen. Hochnormal ist ein Signal, den Lebensstil zu überdenken und den Blutdruck mindestens einmal im Jahr zu messen. Werte ab 140/90 sind ein Grund, zum Hausarzt zu gehen, ab 180/110 sollten Sie noch am selben Tag mit einem Arzt sprechen.

Blutdruck nach Alter: Gibt es eigene Normalwerte?

Kurz gesagt: nein. Für Erwachsene gilt in jedem Alter dieselbe Grenze – Bluthochdruck beginnt bei 140/90 in der Arztpraxis und bei 135/85 bei der Messung zu Hause. Tabellen, die für 60-Jährige 150/90 als „normal“ angeben, sind veraltet. Der Blutdruck steigt mit den Jahren zwar tatsächlich, das ist aber keine Norm, sondern ein Grund, ihn im Blick zu behalten.

Warum er steigt: Die Arterien verlieren an Elastizität, mit den Jahren kommen Kilos dazu, man bewegt sich weniger, und bei vielen Menschen reagiert der Blutdruck stärker auf Salz. Bei Frauen steigt der Blutdruck nach den Wechseljahren häufig an. Doch auch junge Menschen sind nicht davor geschützt: Bluthochdruck gibt es schon mit 30, vor allem bei Übergewicht, familiärer Veranlagung und Nierenerkrankungen.

Vom Alter hängt etwas anderes ab: welche Werte man anstrebt, wenn der Blutdruck bereits behandelt wird. Die Orientierungswerte der europäischen ESH-Leitlinie:

AlterAb wann der Blutdruck zu hoch istZielwert bei Behandlung (oberer Wert)
18–64 Jahreab 140/90120–129
65–79 Jahreab 140/90130–139, bei guter Verträglichkeit niedriger
ab 80 Jahrenab 140/90140–150, bei guter Verträglichkeit 130–139

Den unteren Wert versucht man unter Behandlung in allen Altersgruppen unter 80 zu halten. Bei älteren und gebrechlichen Menschen wählt der Arzt das Ziel so, dass es beim Aufstehen nicht zu Schwindel und Stürzen kommt.

In der Schwangerschaft wird der Blutdruck bei jedem Termin beim Frauenarzt oder bei der Hebamme gemessen. Die Grenze ist dieselbe, 140/90, aber erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft braucht besondere Aufmerksamkeit: Er kann ein Zeichen einer Präeklampsie sein. Hohe Werte melden Sie deshalb sofort, ohne auf den nächsten regulären Termin zu warten.

Bei Kindern und Jugendlichen gelten andere Normalwerte: Sie werden anhand von Tabellen nach Alter, Geschlecht und Körpergröße bestimmt, und die Bewertung übernimmt der Kinderarzt. Ab 16 Jahren gelten die Grenzwerte für Erwachsene.

Blutdruck 140/90 und 150/100: Was bedeuten die Werte?

140/90 ist die untere Grenze von Bluthochdruck Grad 1. Wiederholen sich solche Werte in der Praxis bei mehreren Terminen oder liegt der Blutdruck zu Hause bei 135/85 oder darüber, spricht man von Bluthochdruck. Eine einzelne Messung nach Hektik oder Kaffee ist keine Diagnose.

150/100: Der obere Wert entspricht Grad 1, der untere schon Grad 2. Nach der Regel der höheren Zeile ist das Bluthochdruck Grad 2. Solche Werte sollten Sie in den nächsten Tagen ärztlich abklären lassen, auch wenn Sie sich gut fühlen.

160/100 und mehr ist bereits Grad 2, 180/110 und mehr Grad 3. Bei solchen Werten beginnt die Behandlung meist sofort, ohne monatelanges Abwarten, und bei 180/110 oder mehr ohne Beschwerden spricht man noch am selben Tag mit einem Arzt.

Zur Bestätigung der Diagnose kann der Arzt eine Langzeit-Blutdruckmessung vorschlagen: Ein kleines Gerät misst 24 Stunden lang selbstständig, tagsüber und nachts. Manchmal zeigt sich dabei, dass die Werte nur in der Praxis hoch sind („Weißkittelhypertonie“), manchmal, dass der Blutdruck im Alltag erhöht ist, obwohl er beim Arzt normal ausfällt („maskierte Hypertonie“).

Ist der Bluthochdruck bestätigt, verordnet der Arzt neben einer Änderung des Lebensstils meist blutdrucksenkende Medikamente. Bei hochnormalem Blutdruck kommen sie nur infrage, wenn das Risiko für Herz und Gefäße sehr hoch ist, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt oder bei einer Nierenerkrankung.

Warum das wichtig ist: Bluthochdruck schädigt über Jahre ohne Beschwerden die Gefäße und erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen und Herzschwäche. Rechtzeitig erkannt, lässt er sich gut unter Kontrolle halten.

Unterer Blutdruckwert zu hoch: Ursachen und was Sie tun können

Ist der obere Wert normal, der untere aber dauerhaft bei 90 oder höher, spricht man von isolierter diastolischer Hypertonie. Sie kommt häufiger bei jüngeren Menschen und im mittleren Alter vor. Zu den häufigen Ursachen gehören Übergewicht, viel Salz und Alkohol, wenig Bewegung, Stress und Schnarchen mit Atemaussetzern im Schlaf. Seltener steigt der untere Wert wegen Erkrankungen der Nieren, der Schilddrüse oder der Nebennieren.

Was Sie tun können:

  • die Werte zu Hause überprüfen – eine Woche lang morgens und abends;
  • das Blutdrucktagebuch dem Hausarzt zeigen: Er veranlasst Blut- und Urinuntersuchungen und ein EKG und entscheidet, ob weiter nach einer Ursache gesucht werden muss;
  • beim Lebensstil anfangen: weniger Salz und Alkohol, mehr Bewegung, Gewicht reduzieren.

Auch ein hoher unterer Wert belastet die Gefäße. Behalten Sie ihn deshalb im Blick, statt abzuwarten, bis er von selbst sinkt. Bei älteren Menschen ist es oft umgekehrt: Der obere Wert ist hoch, der untere niedrig. Das ist ein Zeichen steifer Arterien, und der Arzt wählt die Behandlung dann besonders vorsichtig.

Blutdruck zu Hause richtig messen

  • Verwenden Sie ein vollautomatisches Blutdruckmessgerät für den Oberarm, dessen Genauigkeit geprüft ist (validiert). Bei der passenden Manschettengröße hilft man Ihnen in der Apotheke; in vielen Apotheken können Sie den Blutdruck auch direkt messen lassen.
  • 30 Minuten vorher nicht rauchen, keinen Kaffee trinken, keinen Sport treiben.
  • 5 Minuten ruhig sitzen: Rücken angelehnt, Füße auf dem Boden.
  • Die Manschette um den nackten Oberarm auf Herzhöhe legen, der Arm liegt auf dem Tisch.
  • Zweimal im Abstand von einer Minute messen, morgens und abends, eine Woche lang, und die Werte aufschreiben.

Morgens messen Sie nach dem Toilettengang, aber vor dem Frühstück, dem Kaffee und den Blutdrucktabletten, abends vor dem Schlafengehen. Die Werte unterscheiden sich von Messung zu Messung etwas, das ist normal: Der Arzt schaut auf den Durchschnitt der Woche, nicht auf einen einzelnen Wert.

Wird Ihnen beim Aufstehen schwindelig oder schwarz vor Augen, besonders im höheren Alter, kann der Arzt den Blutdruck zusätzlich im Stehen messen – eine und drei Minuten nach dem Aufstehen. Ein starker Blutdruckabfall beim Aufstehen ist für die Wahl der Behandlung ebenfalls wichtig.

Messen Sie beim ersten Mal an beiden Armen. Ist der Unterschied deutlich, messen Sie künftig an dem Arm mit den höheren Werten und sagen Sie es Ihrem Arzt.

So halten Sie Ihren Blutdruck im Normalbereich

Einfache Gewohnheiten helfen, den Blutdruck im Normalbereich zu halten:

  • weniger Salz – die WHO empfiehlt Erwachsenen höchstens 5 g am Tag, das Salz in Brot, Wurst und Käse eingerechnet;
  • mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn;
  • mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche;
  • ein normales Gewicht;
  • nicht rauchen und so wenig Alkohol wie möglich;
  • Schlaf und Erholung, besonders wenn Sie schnarchen oder im Schichtdienst arbeiten.

Hat der Arzt Blutdrucktabletten verordnet, werden sie jeden Tag eingenommen, nicht nur dann, wenn der Blutdruck gestiegen ist.

Was Sie zu Hause tun können, lesen Sie ausführlich im Artikel „Blutdruck senken: Was Sie bei Bluthochdruck zu Hause tun können“. Produkte, die Herz und Gefäße unterstützen, finden Sie in der Kategorie Blutdruck.

Wann Sie sofort zum Arzt gehen oder die 112 rufen sollten

Rufen Sie den Notruf 112, die einheitliche Notrufnummer in der EU, wenn der Blutdruck hoch ist und dazu Brustschmerzen, Atemnot, plötzliche starke Kopfschmerzen, Sprachstörungen, Schwäche oder Taubheit einer Körperhälfte, ein hängender Mundwinkel, plötzliche Sehstörungen oder Verwirrtheit auftreten. Schwangere brauchen sofort Hilfe bei einem Blutdruck ab 140/90 zusammen mit Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen oder plötzlichen starken Schwellungen.

Noch am selben Tag sprechen Sie mit einem Arzt – außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117, in Österreich über die Gesundheitsnummer 1450 –, wenn der Blutdruck bei 180/110 oder höher liegt und nach Ruhe und erneuter Messung nicht sinkt, auch ohne Beschwerden.

In den nächsten Tagen – wenn Ihr Blutdruck zu Hause oft bei 135/85 oder höher liegt oder Sie zum ersten Mal 140/90 oder mehr gemessen haben.

Fragen und Antworten

Welcher Blutdruck ist bei Erwachsenen normal?

Optimal sind Werte unter 120/80 mmHg, normal bis 129/84, hochnormal 130–139/85–89. Ab 140/90 in der Arztpraxis und ab 135/85 bei der Messung zu Hause spricht man von Bluthochdruck.

Sind die Normalwerte bei Frauen und Männern unterschiedlich?

Nein, die Grenzwerte sind gleich. In der Schwangerschaft wird der Blutdruck besonders aufmerksam kontrolliert: Ab 140/90 melden Sie sich sofort beim Frauenarzt oder bei der Hebamme.

Ab wann ist der Blutdruck zu niedrig?

Meist unter 90/60 mmHg. Ohne Beschwerden ist das oft eine Variante des Normalen. Schwindel, Schwäche und Ohnmachtsanfälle sind ein Grund, zum Arzt zu gehen.

Ist ein Blutdruck von 130 zu 85 normal?

Das ist hochnormaler Blutdruck. Tabletten braucht man dafür meist nicht, aber es ist ein Signal, weniger zu salzen, sich mehr zu bewegen und den Blutdruck regelmäßig zu messen.

Was ist gefährlicher: ein hoher oberer oder ein hoher unterer Wert?

Gefährlich sind beide, denn beide belasten die Gefäße. Ab 50 steigt häufiger der obere Wert, bei Jüngeren der untere. Über die Behandlung entscheidet der Arzt anhand beider Werte und des gesamten Risikos für Herz und Gefäße.

Quellen

  1. WHO: Bluthochdruck (Hypertension, englisch)
  2. Deutsche Hochdruckliga: Richtig Blutdruck messen
  3. ESC: Leitlinie 2024 zu erhöhtem Blutdruck und Hypertonie (englisch)
  4. European Society of Hypertension (ESH): Leitlinien (englisch)

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