Parasiten im Darm: Symptome bei Erwachsenen, Tests und was hilft
Zu den Parasiten im Darm gehören vor allem Würmer (Helminthen); manche von ihnen befallen auch andere Organe. Bei Erwachsenen machen sie oft gar keine Beschwerden, und die „sicheren Anzeichen“ aus dem Internet führen nicht selten in die Irre. Hier lesen Sie, welche Würmer in Europa vorkommen, allen voran Madenwürmer, wie sie aussehen, welche Tests wirklich weiterhelfen und wie man sie behandelt.
Welche Würmer gibt es und wie sehen sie im Stuhl aus?
In Europa kommen Madenwürmer am häufigsten vor. Spulwürmer, Peitschenwürmer und andere Würmer, die über die Erde übertragen werden, sind in warmen Ländern ohne sichere Trinkwasserversorgung verbreitet, man kann sie aber von einer Reise mitbringen. Mit Bandwürmern steckt man sich über nicht durchgegartes Fleisch oder rohen Fisch an.
| Parasit | So sieht er aus | So steckt man sich an |
|---|---|---|
| Madenwürmer | Weiße „Fädchen“ von etwa 1 cm, sichtbar auf dem Stuhl und rund um den After, vor allem nachts | Eier gelangen von Händen, Wäsche, Bettzeug und Spielsachen in den Mund |
| Spulwürmer | Große, runde Würmer, rosa-weiß und 15–35 cm lang, ähnlich einem Regenwurm | Eier aus der Erde an ungewaschenem Gemüse, Beeren und Händen |
| Peitschenwurm | Dünne Würmer von 3–5 cm, im Stuhl selten zu sehen | Wie bei Spulwürmern über verunreinigte Erde |
| Rinder- und Schweinebandwurm | Flache weiße Glieder von 1–2 cm, ähnlich kleinen Nudelstücken, die sich manchmal bewegen | Rohes oder nicht durchgegartes Rind- und Schweinefleisch |
| Fischbandwurm | Flache Glieder; der Wurm selbst kann mehrere Meter lang werden | Roher, leicht gesalzener oder nicht durchgegarter Fisch aus Flüssen und Seen |
| Toxocara, Echinococcus (Hunde- und Fuchsbandwurm), Trichinen | Im Stuhl nicht zu sehen: Die Larven leben in Geweben und Organen | Toxocara von Hunden und Katzen über die Erde, Echinococcus von Hunden und Füchsen, Trichinen über nicht durchgegartes Schweine- und Wildschweinfleisch |
Wurmeier sind mit bloßem Auge nicht zu sehen, man findet sie nur unter dem Mikroskop. Und was im Stuhl wie ein Wurm aussieht, sind oft unverdaute Bananenfasern, Tomatenhaut, Kräuter oder Schleim. Wenn Sie unsicher sind, heben Sie den Fund auf und zeigen Sie ihn in der Arztpraxis.
Darmparasiten: Symptome bei Erwachsenen
Die meisten Erwachsenen mit Würmern haben wenige oder gar keine Beschwerden, vor allem wenn es nur wenige Parasiten sind. Diese Anzeichen können auf Würmer hindeuten:
- Juckreiz am After, stärker nachts und gegen Morgen, dazu unruhiger Schlaf: das typische Zeichen für Madenwürmer; bei Frauen kann es auch in der Scheide jucken;
- weiße „Fädchen“ oder flache Glieder im Stuhl, in der Unterwäsche oder auf der Haut rund um den After;
- Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall ohne erkennbaren Grund, besonders nach einer Reise in die Tropen;
- Gewichtsverlust ohne Diät und weniger Appetit;
- Schwäche und Blässe durch Eisenmangel bei starkem Befall mit bestimmten Würmern, die vor allem in den Tropen vorkommen;
- trockener Husten und Atemnot ein bis zwei Wochen nach einer Ansteckung mit Spulwürmern, weil ihre Larven durch die Lunge wandern;
- Muskelschmerzen, geschwollene Augenlider und Fieber einige Tage oder Wochen nach Wildschweinfleisch oder hausgemachter Wurst ohne tierärztliche Untersuchung: So zeigt sich eine Trichinellose.
Diese Anzeichen sind unspezifisch. Juckreiz am After gibt es auch bei Hämorrhoiden, Pilzinfektionen und gereizter Haut, und Bauchschmerzen haben Dutzende anderer Ursachen. Ob es wirklich Würmer sind, zeigt nur ein Test.
Wie erkennt man Parasiten im Darm? Die richtigen Tests
Am Gefühl allein lässt sich das nicht feststellen, dafür braucht es einen Test. Der erste Weg führt in die Hausarztpraxis: Dort wird entschieden, welche Untersuchungen nötig sind, und die Proben gehen ins Labor.
- Klebestreifen-Test. Morgens, vor dem Duschen und vor dem Toilettengang, wird ein durchsichtiger Klebestreifen auf die Haut rund um den After gedrückt, und im Labor sucht man darauf nach Eiern von Madenwürmern. Der Test wird an drei Morgen hintereinander gemacht, denn ein einzelnes negatives Ergebnis schließt Madenwürmer nicht aus.
- Stuhluntersuchung auf Wurmeier und Parasiten. Die Eier werden nicht jeden Tag ausgeschieden, deshalb gibt man meist mehrere Proben von verschiedenen Tagen ab.
- Blutbild. Erhöhte Eosinophile, eine Art weißer Blutkörperchen, sind ein Grund, nach Parasiten zu suchen, besonders nach einer Reise.
- Bluttest auf Antikörper, wenn der Verdacht auf Toxocara, Echinococcus oder Trichinen fällt, also auf Parasiten außerhalb des Darms.
- Ultraschall, CT oder MRT, wenn Zysten des Echinococcus in der Leber oder in anderen Organen gesucht werden.
Waren Sie in den Tropen, erzählen Sie in der Praxis, wo und wie lange Sie dort waren, ob Sie rohen Fisch oder rohes Fleisch gegessen, in Süßwasser gebadet haben oder barfuß gelaufen sind. Davon hängt ab, welche Tests veranlasst werden.
Finden Sie im Stuhl einen Wurm oder ein Wurmglied, legen Sie es in ein sauberes Gefäß und bringen Sie es mit in die Praxis: Am Aussehen des Parasiten lässt sich die Behandlung leichter wählen.
Parasiten im Körper: die häufigsten Mythen
Um Parasiten ranken sich viele Mythen. Diese hört man am häufigsten:
- „Jeder hat Parasiten.“ Nein. Wo es sauberes Leitungswasser gibt und Fleisch tierärztlich kontrolliert wird, haben die meisten Erwachsenen keine Würmer. Madenwürmer kommen am häufigsten in Familien mit kleinen Kindern vor.
- „Müdigkeit, Mundgeruch, Zähneknirschen und Pickel sind sichere Zeichen für Würmer.“ Diese Beschwerden haben viele andere Ursachen und beweisen für sich allein keine Würmer.
- Diagnose aus einem Blutstropfen „auf dem Bildschirm“, aus Haaren oder mit „Bioresonanz“-Geräten. Solche Methoden gibt es in der evidenzbasierten Medizin nicht, und ihre Ergebnisse stimmen mit echten Tests nicht überein.
- „Madenwürmer verschwinden von allein.“ Ein einzelner Madenwurm lebt nicht lange, aber man steckt sich immer wieder mit den eigenen Eiern an, über Finger, Wäsche und Bettzeug. Ohne Behandlung und Hygiene kann sich dieser Kreislauf über Monate ziehen.
- „Darmreinigung“ statt Behandlung. Sind Würmer nachgewiesen, braucht es Wurmmittel; Kräuter und Diäten ersetzen sie nicht. Und eine Kur „auf Verdacht“ ohne Test klärt gar nichts.
Madenwürmer und andere Würmer bei Erwachsenen behandeln
Würmer werden mit Wurmmitteln (Anthelminthika) behandelt. Welches Mittel, in welcher Dosis und wie oft, hängt vom Parasiten ab, deshalb legt die Ärztin oder der Arzt das Schema fest. Gegen Madenwürmer gibt es Wurmmittel in der Apotheke, und dort berät man Sie, was für Sie passt.
- Bei Madenwürmern wird die ganze Familie behandelt, und zwar gleichzeitig und auch alle ohne Beschwerden, sonst geht die Ansteckung im Kreis. Meist wird die Einnahme nach zwei Wochen wiederholt, denn das Mittel wirkt auf die Würmer, aber nicht auf alle Eier.
- Für Schwangere, Stillende und Kinder unter zwei Jahren wählt nur die Ärztin oder der Arzt das Mittel aus.
- Hygiene ist die halbe Behandlung. Waschen Sie nach der Toilette und vor dem Essen die Hände mit Seife, halten Sie die Fingernägel kurz, duschen Sie morgens, wechseln Sie täglich die Unterwäsche und waschen Sie Schlafanzüge, Bettwäsche und Handtücher heiß. Mit Wurmmittel gilt das zwei Wochen lang, ohne Wurmmittel sechs Wochen.
- Bandwürmer, Toxocara, Echinococcus und Trichinen werden nur unter ärztlicher Aufsicht behandelt, manchmal im Krankenhaus.
- Kontrolle. Bleiben Juckreiz oder andere Beschwerden nach der Behandlung bestehen, wird der Test wiederholt: Vielleicht haben Sie sich erneut angesteckt, oder es braucht einen anderen Ansatz. Nach einer Bandwurmbehandlung wird meist eine Kontrolluntersuchung des Stuhls veranlasst.
Plagen Sie Blähungen und ein Schweregefühl im Bauch, können Sie Ihre Verdauung sanft unterstützen. Passende Produkte finden Sie im Bereich Parasiten, zum Beispiel die Tropfen Revotoxican: ein Nahrungsergänzungsmittel zur Erhaltung der Funktionen des Verdauungssystems mit Extrakten aus Papaya, Fenchel, Kamille, Walnuss-Fruchtschale und Kürbiskernen. Fenchel hilft, Gasansammlungen im Darm und Blähungen zu verringern, und Walnuss unterstützt die normale Darmfunktion. Die Tropfen sind nur für Erwachsene: 30 Tropfen einmal täglich, aufgelöst in einem halben Glas Wasser, höchstens zwei Wochen lang. In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.
Madenwürmer bei Kindern und in der Familie
Madenwürmer sind die häufigsten Würmer bei Kindern. Kleine Kinder fassen alles an, kratzen sich an der juckenden Stelle und tragen die Eier unter den Fingernägeln in den Mund und auf Spielsachen. Deshalb stecken sich Erwachsene meist bei den eigenen Kindern an. Die Eier überleben auf Wäsche, Handtüchern und Oberflächen bis zu zwei Wochen.
So zeigen sich Madenwürmer bei Kindern: Das Kind schläft schlecht, ist nachts unruhig und kratzt sich, wird reizbar und nässt manchmal wieder ein; bei Mädchen können Juckreiz und Rötung im Genitalbereich auftreten. Gehen Sie mit Ihrem Kind in die Kinderarztpraxis. Behandelt werden alle Familienmitglieder gleichzeitig, und zu Hause gelten die Hygieneregeln von oben.
Um den Kreislauf zu durchbrechen, bringen Sie Kindern bei, nach der Toilette und vor dem Essen die Hände mit Seife zu waschen, nicht an den Nägeln zu kauen und die Finger nicht in den Mund zu stecken. Schneiden Sie ihnen die Nägel kurz und ziehen Sie ihnen nachts eine Unterhose unter den Schlafanzug. Waschbares Spielzeug waschen Sie heiß ab.
Vorbeugung: So stecken Sie sich nicht mit Würmern an
- Waschen Sie die Hände mit Seife nach der Toilette, wenn Sie nach Hause kommen, nach dem Kontakt mit Tieren und vor dem Essen.
- Waschen Sie Gemüse, Obst, Kräuter und Beeren gründlich, besonders aus dem Garten und aus dem Wald: An bodennahen Waldfrüchten können Eier des Fuchsbandwurms haften.
- Garen Sie Schweinefleisch und Wild durch, bis innen nichts Rosafarbenes mehr zu sehen ist. Wildschweinfleisch, hausgemachte Wurst und Speck ohne tierärztliche Trichinenuntersuchung sind eine häufige Quelle der Trichinellose.
- Fisch, den Sie roh oder leicht gesalzen essen, etwa als Sushi, sollte vorher tiefgefroren gewesen sein: Das tötet die Larven ab.
- Lassen Sie Hunde und Katzen nach tierärztlichem Plan entwurmen und entsorgen Sie ihren Kot.
- Waschen Sie sich nach der Gartenarbeit die Hände, und Kinder nach dem Spielen im Sandkasten ebenso.
- In tropischen Ländern trinken Sie Wasser aus Flaschen, waschen Obst mit sauberem Wasser und laufen nicht barfuß über die Erde.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Rufen Sie den Notruf 112, wenn starke Bauchschmerzen zunehmen, der Bauch aufgebläht und hart ist, weder Stuhl noch Winde abgehen und Sie wiederholt erbrechen: So kann sich ein Darmverschluss zeigen.
Noch am selben Tag zum Arzt – außerhalb der Sprechzeiten über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117, in Österreich über die Gesundheitsnummer 1450 –, wenn:
- Blut im Stuhl ist und Sie zugleich hohes Fieber haben;
- Haut und das Weiße der Augen gelb geworden sind und die rechte Bauchseite schmerzt;
- nach Wildschweinfleisch oder hausgemachter Wurst Fieber, Muskelschmerzen und ein geschwollenes Gesicht auftreten.
In den nächsten Tagen, wenn Sie Würmer oder Wurmglieder im Stuhl gesehen haben, wenn nach einer Tropenreise Durchfall, Bauchschmerzen, Husten oder Ausschlag anhalten, wenn Sie ohne Grund abnehmen oder der Juckreiz nach der Behandlung der ganzen Familie nicht vergeht. Treten die Anzeichen in der Schwangerschaft auf, gehen Sie zur Ärztin oder zum Arzt und nicht zuerst in die Apotheke.
Fragen und Antworten
Welche Symptome haben Erwachsene bei Parasiten im Darm am häufigsten?
Am häufigsten ist nächtlicher Juckreiz am After bei Madenwürmern. Andere Würmer verursachen Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Gewichtsverlust, bleiben aber oft ganz unbemerkt. Ob es wirklich Würmer sind, zeigt nur ein Test.
Wie sehen Würmer im Stuhl aus?
Madenwürmer sind weiße Fädchen von etwa 1 cm, die sich bewegen können. Spulwürmer sind große, runde Würmer von 15–35 cm Länge. Bandwürmer gehen als flache weiße Glieder von 1–2 cm ab.
Kann man sich bei Katze oder Hund mit Würmern anstecken?
Ja, zum Beispiel mit Toxocara: über Erde und Fell, an denen Wurmeier haften. Deshalb werden Haustiere regelmäßig nach tierärztlichem Plan entwurmt, und nach dem Kontakt mit Tieren wäscht man sich die Hände.
Sollte man vorbeugend ein Wurmmittel nehmen?
Erwachsene ohne Beschwerden und ohne nachgewiesene Ansteckung in der Regel nicht. Die Ausnahme sind die Familienmitglieder eines Menschen mit Madenwürmern: Sie werden gleichzeitig mitbehandelt.
Madenwürmer bei Kindern und Erwachsenen: Muss die ganze Familie behandelt werden?
Ja, alle, die im selben Haushalt leben, auch ohne Beschwerden. Für Kinder unter zwei Jahren, Schwangere und Stillende wählt die Ärztin oder der Arzt das Mittel aus.