Blutdruck senken: Was Sie bei Bluthochdruck zu Hause tun können
Bluthochdruck spürt man oft nicht, doch über Jahre belastet er Herz, Gefäße, Nieren und Gehirn. Hier lesen Sie, was zu tun ist, wenn das Messgerät hohe Werte zeigt, warum ein schlagartiger Abfall gefährlich ist, wie Sie den Blutdruck senken können – mit Lebensmitteln, Tee und Gewohnheiten, die wirklich helfen – und wann Sie den Notruf brauchen.
Blutdruck zu hoch: Was Sie sofort tun sollten
Das Messgerät zeigt hohe Werte, aber Sie fühlen sich wie immer? Dann gehen Sie so vor:
- Setzen Sie sich und kommen Sie zur Ruhe. Nehmen Sie auf einem Stuhl mit Lehne Platz, stellen Sie beide Füße auf den Boden und ruhen Sie sich 5 Minuten aus. Rauchen Sie nicht, trinken Sie keinen Kaffee und keinen Alkohol.
- Messen Sie noch einmal, und zwar richtig (wie, lesen Sie weiter unten): zweimal im Abstand von einer Minute. Die erste Messung in der Aufregung fällt oft höher aus.
- Hat Ihr Arzt Ihnen bereits Blutdrucktabletten verordnet, nehmen Sie sie so ein, wie er es Ihnen gesagt hat. Haben Sie mit ihm besprochen, was bei hohen Werten zu tun ist, halten Sie sich an diesen Plan.
- Nehmen Sie keine Tabletten von anderen und keine doppelte Dosis Ihrer eigenen. Fällt der Blutdruck zu schnell, drohen Schwindel, Ohnmacht und Stürze, besonders bei älteren Menschen.
- Schreiben Sie die Werte auf und zeigen Sie sie in Ihrer Hausarztpraxis.
Überlegen Sie, was den Blutdruck in die Höhe getrieben haben könnte: Schmerzen, eine schlaflose Nacht, Stress, Alkohol am Vorabend, sehr salziges Essen, starker Kaffee oder ein Energydrink. Auch manche Medikamente erhöhen den Blutdruck, etwa abschwellende Nasensprays und Erkältungsmittel sowie einige Schmerzmittel und Entzündungshemmer. Wenn Sie solche Mittel einnehmen, sagen Sie es Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
Liegt der Blutdruck bei 180/110 oder höher und haben Sie keine Beschwerden, ruhen Sie sich aus und messen Sie nach einigen Minuten noch einmal. Sinken die Werte nicht, wenden Sie sich noch am selben Tag an einen Arzt: an Ihre Hausarztpraxis oder, wenn sie geschlossen ist, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 (in Österreich: Gesundheitsnummer 1450). Bei Warnzeichen rufen Sie sofort den Notruf 112 – die Liste finden Sie am Ende des Artikels.
Blutdruck schnell senken: Geht das in 2 Minuten?
Einen sicheren Weg, hohen Blutdruck zu Hause in 2 Minuten zu senken, gibt es nicht – und Sie sollten ihn auch nicht suchen. Ein Blutdruck, der lange erhöht war, wird besser allmählich gesenkt: Die Gefäße von Gehirn und Herz haben sich an die hohen Werte gewöhnt, und ein schlagartiger Abfall kann ihre Durchblutung verschlechtern.
Innerhalb weniger Minuten hilft wirklich nur eines: zur Ruhe kommen. Setzen Sie sich, lassen Sie die Schultern sinken, atmen Sie einige Male langsam durch die Nase ein und lange aus. Ruhe und langsames Atmen senken den Blutdruck ein wenig, wenn er durch Aufregung, Eile oder Schmerzen nach oben geschnellt ist. Haben Sie direkt nach dem Treppensteigen, einem Streit oder einer Tasse Kaffee gemessen, sind die Werte nach 5 Minuten Ruhe oft schon niedriger.
Steigt der Blutdruck zusammen mit starker Angst, Herzrasen und Zittern und ist er wieder normal, sobald Sie sich beruhigt haben, erzählen Sie das Ihrem Arzt: Manchmal stecken Panikattacken dahinter, und dann hilft es, gezielt etwas gegen die Angst zu tun – nicht nur Blutdrucktabletten zu nehmen.
Heiße Fußbäder, Essigwickel und andere schnelle Hausmittel senken den Blutdruck nicht zuverlässig, kosten aber Zeit, wenn Hilfe nötig ist.
So messen Sie den Blutdruck zu Hause richtig
Ohne richtige Messung lässt sich nicht sagen, ob der Blutdruck wirklich zu hoch ist. Für zu Hause eignet sich ein vollautomatisches Blutdruckmessgerät für den Oberarm, dessen Genauigkeit klinisch geprüft ist (validiert). Solche Geräte bekommen Sie in Apotheken und Sanitätshäusern. Geräte für das Handgelenk messen weniger genau.
- 30 Minuten vor der Messung nicht rauchen, keinen Kaffee trinken, keinen Sport treiben und vorher zur Toilette gehen.
- 5 Minuten ruhig sitzen: Rücken angelehnt, Füße auf dem Boden, Beine nicht übereinandergeschlagen.
- Die Manschette um den nackten Oberarm legen; der Arm liegt auf dem Tisch, die Manschette auf Herzhöhe. Die Manschettengröße muss zum Armumfang passen.
- Während der Messung nicht sprechen.
- Zweimal im Abstand von 1–2 Minuten messen und beide Werte notieren.
- Für ein Blutdrucktagebuch eine Woche lang morgens und abends messen und die Notizen zum Arzt mitnehmen.
Zeigt das Gerät Fehlermeldungen oder sehr unterschiedliche Werte, prüfen Sie, ob die Manschette richtig sitzt und ob die Batterien noch voll sind. Vergleichen Sie die Anzeige ab und zu mit einer Messung in der Arztpraxis oder in der Apotheke.
Zu Hause liegt die Grenze für erhöhten Blutdruck niedriger als in der Praxis: 135/85 mmHg oder mehr bei der Selbstmessung entsprechen 140/90 mmHg beim Arzt. Mehr zu den Werten lesen Sie im Artikel „Blutdruck-Tabelle: Welche Werte normal sind“.
Hausmittel aus der Küche: Lebensmittel, die den Blutdruck senken
Die Ernährung ist einer der wirksamsten Wege, den Blutdruck ohne Medikamente zu senken. Am besten untersucht sind die DASH-Diät und die Mittelmeerküche: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse, fettarme Milchprodukte und Fisch, dafür wenig Salz, Zucker und Wurst.
| Was essen | Was drinsteckt | So kommt es auf den Tisch |
|---|---|---|
| Gemüse, Kräuter, Obst, Beeren | Kalium, Ballaststoffe, Pflanzenstoffe | Gemüse zu jeder Mahlzeit |
| Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen | Kalium, Magnesium, pflanzliches Eiweiß | Eine Handvoll ungesalzene Nüsse statt Chips |
| Fettarme Milchprodukte | Calcium und Eiweiß | Naturjoghurt und Kefir ohne Zucker |
| Fisch | Omega-3-Fettsäuren | Ein paarmal pro Woche Fisch statt Wurst |
| Vollkorn | Ballaststoffe und Magnesium | Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln |
| Rote Bete, grünes Blattgemüse | Nitrat, das den Gefäßen hilft, sich zu entspannen | Salate, Rote Bete aus dem Ofen |
Lebensmittel, die den Blutdruck schnell senken, gibt es nicht: Essen wirkt allmählich, ein deutlicher Effekt zeigt sich nach einigen Wochen mit dieser Ernährung. Am wichtigsten ist weniger Salz. Die WHO empfiehlt Erwachsenen höchstens 5 g Salz am Tag – knapp ein Teelöffel, das Salz in fertigen Lebensmitteln eingerechnet. Das meiste steckt in Brot und Brötchen, Wurst, Käse, Essiggurken, Soßen, Chips und Fertiggerichten. In der EU steht in der Nährwerttabelle auf der Verpackung die Zeile „Salz“ – vergleichen Sie den Wert pro 100 g.
Damit Essen mit weniger Salz nicht fade schmeckt, würzen Sie mit frischen Kräutern, Knoblauch, Zwiebeln, Pfeffer, Paprika, Zitronensaft und Essig. Der Geschmack gewöhnt sich um: Nach einigen Wochen kommen Ihnen die früheren Gerichte versalzen vor. Auch süße Getränke und Gebäck sollten Sie einschränken: Sie bringen zusätzliche Kilos, und mit dem Gewicht steigt der Blutdruck.
Kalium aus der Nahrung hilft dem Körper, Natrium auszuscheiden. Bei Nierenerkrankungen und unter manchen Blutdruckmedikamenten kann zu viel Kalium jedoch gefährlich werden. Fragen Sie dann Ihren Arzt, wie viel Obst und Gemüse für Sie passt und ob Diätsalz mit Kalium für Sie infrage kommt.
Welcher Tee senkt den Blutdruck?
Tee ist eine angenehme Ergänzung zu gesunden Gewohnheiten, aber kein Ersatz für eine Behandlung.
- Hibiskustee wird aus den Blüten der Roselle gebrüht. In kleinen Studien senkten einige Tassen am Tag den Blutdruck bei Menschen mit mäßig erhöhten Werten ein wenig.
- Grüner und schwarzer Tee haben bei regelmäßigem Trinken eine kleine Wirkung. Sie enthalten Koffein, deshalb kann starker Tee direkt vor dem Messen die Werte kurz anheben.
- Kräutertees wie Kamille, Pfefferminze oder Melisse verändern den Blutdruck kaum, helfen aber, abends zu entspannen.
- Kaffee verändert den Blutdruck bei Menschen, die ihn täglich trinken, kaum. Ein Espresso oder ein Energydrink vor der Messung kann die Werte aber kurzzeitig erhöhen.
- Vorsicht mit Lakritz. Lakritz und Tees mit Süßholzwurzel erhöhen den Blutdruck und halten Wasser im Körper zurück. Bei Bluthochdruck meiden Sie sie besser.
Wenn Sie Medikamente gegen Bluthochdruck oder für das Herz einnehmen, fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie Kräutermischungen trinken: Manche Kräuter vertragen sich nicht mit Medikamenten.
Bluthochdruck: Was den Blutdruck langfristig senkt
Gewohnheiten senken den Blutdruck nicht in Minuten, sondern über Wochen und Monate – dafür auf Dauer. Die europäischen Leitlinien zu Bluthochdruck und die WHO empfehlen:
- Bewegung: mindestens 150 Minuten mäßige Ausdaueraktivität pro Woche – zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen – und zweimal pro Woche Krafttraining. Auch isometrische Übungen senken den Blutdruck, etwa der Unterarmstütz (Plank) oder das Zusammendrücken eines Handtrainers. Ist Ihr Blutdruck sehr hoch, besprechen Sie die passende Belastung vorher mit Ihrem Arzt.
- Übergewicht abbauen: Schon wenige Kilo weniger machen sich bei den Werten deutlich bemerkbar.
- Alkohol einschränken oder ganz darauf verzichten: Er treibt den Blutdruck nach oben.
- Mit dem Rauchen aufhören: Jede Zigarette lässt den Blutdruck kurz ansteigen und schädigt die Gefäße.
- Ausreichend schlafen. Wenn Sie schnarchen und tagsüber ständig einnicken, sagen Sie es Ihrem Arzt: Atemaussetzer im Schlaf erhöhen den Blutdruck.
- Stress abbauen: Spaziergänge, Atemübungen, Hobbys, Zeit mit anderen Menschen.
Ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, reichen Gewohnheiten allein oft nicht aus, und der Arzt verordnet blutdrucksenkende Medikamente. Sie werden jeden Tag eingenommen, auch wenn die Werte normal sind – normale Werte zeigen ja gerade, dass die Behandlung wirkt. Setzen Sie sie nicht eigenmächtig ab.
Wer Herz und Gefäße zusätzlich unterstützen möchte, findet passende Produkte in der Kategorie Blutdruck. Zum Beispiel Cardital, ein Nahrungsergänzungsmittel mit 20 Kapseln. Es enthält Weißdornblätter- und -blütenextrakt, der zur Erhaltung einer normalen Mikrozirkulation des Blutes und einer normalen Herz-Kreislauf-Funktion beiträgt, dazu Magnesium, L-Arginin, L-Carnitin, L-Taurin, Extrakte aus Rosellenblüten (aus denselben Blüten wird Hibiskustee gebrüht), Steinklee, Pfefferminze und Cranberry sowie Vitamin B6, das zur normalen Bildung roter Blutkörperchen beiträgt. Cardital ergänzt gesunde Gewohnheiten und ersetzt nicht die Tabletten, die Ihr Arzt verordnet hat.
Wann Sie sofort die 112 rufen sollten
Rufen Sie den Notruf 112, die einheitliche Notrufnummer in der EU, wenn zu hohem Blutdruck auch nur eines dieser Zeichen hinzukommt:
- Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust;
- Atemnot, das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen;
- plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen;
- ein hängender Mundwinkel, Schwäche oder Taubheit in einem Arm oder Bein, verwaschene Sprache – das sind Zeichen eines Schlaganfalls, und jede Minute zählt;
- plötzlich schlechteres Sehen oder Doppelbilder;
- Verwirrtheit, starker Schwindel, Krampfanfälle, Ohnmacht;
- Übelkeit und Erbrechen zusammen mit starken Kopfschmerzen;
- in der Schwangerschaft: Blutdruck ab 140/90 zusammen mit Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen, Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen oder einer plötzlichen starken Schwellung von Gesicht und Händen.
Bis der Rettungsdienst da ist, setzen Sie sich oder legen Sie sich mit erhöhtem Oberkörper hin und nehmen Sie keine zusätzlichen Tabletten. Bei Zeichen eines Schlaganfalls merken Sie sich die Uhrzeit, zu der sie begonnen haben – das ist für die Ärzte wichtig.
In den nächsten Tagen zum Hausarzt – wenn Ihr Blutdruck zu Hause mehrmals bei 135/85 oder höher lag, in der Praxis bei 140/90 oder höher oder wenn die verordneten Tabletten nicht mehr wirken. Erzählen Sie Ihrem Arzt auch vom anderen Extrem: Wird Ihnen nach den Tabletten schwindelig, wird Ihnen beim Aufstehen schwarz vor Augen oder ist der Blutdruck deutlich niedriger als sonst, muss die Dosis vielleicht angepasst werden.
Fragen und Antworten
Was tun bei Blutdruck 160 zu 100?
Setzen Sie sich, ruhen Sie 5 Minuten und messen Sie zweimal nach. Bleiben die Werte so und fühlen Sie sich wie immer, gehen Sie in den nächsten Tagen zum Arzt. Bei Brustschmerzen, Atemnot, starken Kopfschmerzen, Schwäche in Arm oder Bein, Sprach- oder Sehstörungen rufen Sie die 112.
Welches Hausmittel senkt den Blutdruck schnell?
Schnell keines. Heiße Fußbäder oder Essigwickel senken den Blutdruck nicht zuverlässig. Hibiskustee, grüner und schwarzer Tee haben bei regelmäßigem Trinken eine kleine Wirkung, weniger Salz und mehr Bewegung wirken über Wochen. Bei hohen Werten brauchen Sie eine richtige Messung und ärztlichen Rat.
Kann man den Blutdruck ohne Medikamente senken?
Bei leicht erhöhtem Blutdruck helfen oft schon weniger Salz, mehr Bewegung, Abnehmen und der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Ist der Blutdruck dauerhaft hoch oder bestehen Herz- oder Nierenerkrankungen oder Diabetes, verordnet der Arzt meist zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente.
Welche Lebensmittel erhöhen den Blutdruck?
Vor allem salzige: Wurst, Käse, Essiggurken, Chips, Fertigsoßen und Fertiggerichte. Auch Alkohol, Lakritz und Energydrinks treiben den Blutdruck nach oben.
Merkt man Bluthochdruck auch ohne Messgerät?
Meist nicht: Bluthochdruck verursacht oft überhaupt keine Beschwerden. Messen Sie deshalb regelmäßig, besonders ab 40 und wenn schon Ihre Eltern Bluthochdruck hatten.